Bundesregierung gegen Äffle-und-Pferdle-Ampel

Äffle und Pferdle mit Armin Lang - Quelle: Lang-film (CC BY-SA 4.0)

Jeder Schwabe kennt sie und sie gelten bei vielen Menschen als regionales Kulturgut: Die SWR-Kultzeichentrickfiguren "Äffle und Pferdle". Deshalb fordert schon seit längerem eine Initiative, in Stuttgart eine "Äffle und Pferdle"-Ampel zu installieren. Nachdem die Stadt Stuttgart dies mit Verweis auf Regelungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) ablehnte, wendeten sich die Befürworter dieser besonderen Ampel an den Petitionsausschuss des Landtags Baden-Württemberg. Dieser befasste sich mit der Materie und forderte im Dezember 2018 einen "großzügigeren Umgang mit regionalen Besonderheiten bei den Ampel-Symbolen" und forderte die Landesregierung auf "sich auf Bundesebene für eine großzügigere Regelung einzusetzen." An das Verkehrsministerium des Landes sei die Bitte ergangen, so heißt es in einer Pressemitteilung des Landtages, sich auf dem nächsten Bund-Länder-Fachausschuss im Januar 2019 dafür einzusetzen, die Regelung großzügiger zu fassen, damit Symbole wie „Äffle und Pferdle“ oder auch den Mannheimer Wasserturm als Ampelsinnbilder generell verwendet werden können.

 

 

Das Ergebnis der Bund-Länder-Beratungen interessierte den oberschwäbischen FDP-Bundestagsabgeordneten, Benjamin Strasser, der daraufhin beim zuständigen Bundesverkehrsministerium nachfragte. Mit enttäuschendem Ergebnis: "Das Thema wurde im zuständigen Bund-Länder-Fachausschuss Straßenverkehrs-Ordnung/-Ordnungswidrigkeiten, Themenschwerpunkt StVO, am 16./17. Januar 2019 behandelt. Der Ausschuss kam ohne Gegenstimmen zu dem Ergebnis, dass es im Interesse der Einheitlichkeit, Verständlichkeit und der Verkehrssicherheit keiner Ergänzung zum derzeitigen Sinnbild des Fußgängers bedarf", heißt es in einer Antwort des zuständigen Staatssekretärs.

Für Benjamin Strasser ist das eine schwache Argumentation: "Weltweit signalisieren rotes und grünes Ampellicht den Unterschied zwischen Stoppen und Bewegen. Allein durch die Farbunterschiede ist eine eindeutige Aussage klar vorhanden. Vereinzelte individuelle Motive an Fußgängerampeln stellen kein Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr dar. Die Haltung der Verkehrsminister aus Bund und Ländern ist nur schwer nachvollziehbar."

 

 

Auch die Hü-und-Hott-Politik der Grünen in Baden-Württemberg lasse ihn ratlos zurück, so Strasser. "Die grüne Vorsitzende des Petitionsausschusses im Landtag, Beate Böhlen, sagt Hü und erklärt, sich für die "Äffle-und-Pferdle"-Ampel einsetzen zu wollen. Das Ministerium ihres Parteifreunds und Verkehrsministers Winfried Hermann sagt Hott und stimmt in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe gegen eine dafür nötige Änderung der Straßenverkehrsordnung."

 

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#wahlkreis #verkehr #kultur

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