Marokkanische Behörden warnten schon früh vor Amri

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Das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum in Berlin - Foto: Wo st 01 (CC BY-SA 3.0)

Bereits am 20. September 2016 erhielten deutsche Behörden mehrere Schreiben mit Hinweisen des marokkanischen Inlandsnachrichtendienstes DGST auf den späteren Attentäter Anis Amri. Das berichtete der Verbindungsbeamte des Bundeskriminalamtes (BKA) in Rabat, Robin O'Debie, der am vergangenen Donnerstag als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages aussagte. Die marokkanischen Sicherheitsbehörde sei über Amri gut informiert gewesen, erklärte O'Debie. So hatte der DGST auch mitgeteilt, dass Amri in Deutschland "ein Projekt ausführe." Eine Information, die von den deutschen Behörden als zu wenig konkret eingeordnet wurde. 

 

Als weiteren Zeugen hörten die Abgeordneten den BKA-Kriminaldirektor Martin Kurzhals. Als Verbindungsbeamter des BKAs im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum in Berlin berichtete er über die Arbeitsweise der Informationsschnittstelle der Polizeibehörden und Nachrichtendienste aus Bund und Ländern. Amri wurde dort erstmals im Februar 2016 thematisiert, nachdem das LKA Nordrhein-Westfalen durch eine V-Person konkrete Hinweise auf Anschlagsplanungen des Tunesiers erhalten hatte. Aus Sicht des Zeugen war Amri  "im Februar 2016 am nächsten an einer
Anschlagsvorbereitung".

Eine Sicht, die der FDP-Obmann im Untersuchungsausschuss, Benjamin Strasser, nicht teilt. "Amris Verhalten hat im Jahr 2016 immer wieder Hinweise auf Terrorplanungen gezeigt. Es bleibt nach wie vor nicht erklärlich, wie es dabei zu der kompletten Fehleinschätzung seiner Gefährlichkeit durch die Sicherheitsbehörden kommen konnte", meint Strasser. 

 

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