Nachholbedarf bei der Bekämpfung von Waldbränden

Bild: skeeze / pixabay

Trockenheit und Dürre haben in diesem Jahr zu einem massiven Anstieg an Waldbränden geführt. Während 2016 noch lediglich 283 Hektar Wald von Bränden betroffen waren, wurden im Jahr 2018 allein in Brandenburg 640 Hektar Wald vernichtet. Das stellt auch die Sicherheitsbehörden vor große Herausforderungen, wie eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Benjamin Strasser zeigt.

Immer häufiger mussten die für den Katastrophenschutz zuständigen Länder die Bundeswehr und die Bundespolizei um Amtshilfe im Zusammenhang mit Waldbränden bitten. Aus eigener Kraft konnten sie die Brände nicht löschen. Allein die Bundeswehr erhöhte ihr Einsatzpensum von 2016 noch gerade einmal 20 Stunden Amtshilfe auf rekordverdächtige 5526 Stunden bis August diesen Jahres. Während die Bundespolizei 2016 zu keinem einzigen Löscheinsatz mit Hubschraubern ausrückte, verzeichnete sie 2018 bereits über 100 Flugstunden. Die Dienstzeiten von Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks verdoppelten sich in diesem Zeitraum nahezu von 779 Stunden (2016) auf 1345 Stunden im laufenden Jahr.

Der FDP-Innenexperte Benjamin Strasser sieht angesichts dieser Zahlen dringenden Nachholbedarf bei Bund und Ländern. "Schon heute sind die bei Einsätzen zur Brandbekämpfung auf dem Wege der Amtshilfe beteiligten Bundesbehörden nicht ausreichend ausgestattet. Die Bundesregierung macht sich aber weiter einen schlanken Fuß und drückt sich, notwendige Vorkehrungen zu treffen. Das ist nicht verantwortungsvoll und lässt die oft ehrenamtlichen Brandbekämpfer von Feuerwehren, THW und Rettungsorganisationen im Regen stehen. Diese Menschen verdienen mehr Respekt und Unterstützung", kritisiert er.

Damit auch in Zukunft die effektive Bekämpfung von Waldbränden gewährleistet werden kann, müssten Bund und Länder für ausreichende Kapazitäten sorgen. "Der Ausbau der in Deutschland verfügbaren Löschhubschrauber oder auch eine gemeinsame europäische Löschflugzeugstaffel wären denkbare Wege dazu", regt Strasser an.

 

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