Strasser: Vorsorgestrukturen ausbauen – Ehrenamt in Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stärken

Foto: RandnotizenORG © pixabay
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"Hamsterkäufe" und "Panikmache" – so lauteten die Vorwürfe als 2016 der damalige Innenminister Thomas de Maizière seine Pläne für ein Zivilschutzkonzept vorstellte. Tagelang zog das Thema damals auch Spott im Netz auf sich. Zu Unrecht, wie der oberschwäbische FDP-Bundestagsabgeordnete Benjamin Strasser findet. Für ihn sei das Thema „ernst und brauche dringend die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit“, betonte er am vergangenen Donnerstag in einer Rede im Bundestag.

Aus diesem Anlass reichte die FDP-Fraktion einen Antrag mit dem Titel „Vorsorgestrukturen ausbauen – Ehrenamt in Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stärken“ ein. Mit diesem möchten die Freien Demokraten im Katastrophenfall die unmittelbare Handlungsfähigkeit des Bundes gewährleisten. Dazu soll eine konzeptunabhängige Reserve an Ressourcen auf Bundesebene eingerichtet werden, insbesondere in Form von Material-, Lebensmittel- und Medikamentenreserven für 50.000 Personen. Zudem fordert Strasser ein „Konzept für die Risiko- und Krisenkommunikation, um die Bevölkerung über die Grenzen der Kapazitäten des Bevölkerungsschutzes in Krisenlagen informativ und transparent aufzuklären“.

Mit ihrem Antrag möchte die FDP, den Ehrenamtlichen mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit zukommen lassen, als es derzeit - auch seitens der Bundesregierung - der Fall ist. Dabei hob Benjamin Strasser vor allem den amtierenden Innenminister Seehofer hervor. Dieser habe in seiner Jahresbilanz vor dem Innenausschuss das Thema Katastrophen- und Bevölkerungsschutz ignoriert: „Keine einziges Wort war dieses Thema dem Minister wert. Das zeigt, welchen Stellenwert der Katastrophenschutz im Hause Seehofer hat“.

Zum Schluss seiner Rede appellierte der FDP-Politiker die „bundeseinheitliche Gleichstellung von ehrenamtlichen Helfern bei den verschiedenen Hilfsorganisationen“ zu ermöglichen. "Neben Feuerwehr und THW muss auch den ehrenamtlichen Helfern bei den anderen Hilfsorganisationen ein Anspruch auf Freistellung von der Arbeit und auf eine Entgeltfortzahlung auch unterhalb des festgestellten Katastrophenfalls eingeräumt werden“, so Strasser. Nur so würden die Ehrenamtlichen die Wertschätzung erfahren, die sie verdienen.

 

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