Was tun, wenn der Wald brennt? Fachgespräch der FDP-Fraktion

Foto: Skeeze, pixabay.com
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Ausgelöst durch längere Trockenphasen beschäftigten auch in diesem Jahr zahlreiche Wald- und Landschaftsbrände die Feuerwehren mehrerer Bundesländer. Nach einem Großbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern kündigte Innenminister Horst Seehofer im Juli 2019 eine nationale Waldbrand Task-Force an, deren genaue Umsetzung noch in den Sternen steht. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Christoph Hoffmann MdB hat Benjamin Strasser daher in diesem Monat bei einem Fachgespräch der FDP-Bundestagsfraktion mit Expertinnen und Experten beraten, wie Wald- und Landschaftsbrände effektiv bekämpft werden und wo politischer Handlungsbedarf besteht.

Professor Johann Georg Goldammer vom Global Fire Monitoring Center, der weltweit Regierungen beim Thema Brandbekämpfung berät, machte in seinem Vortrag deutlich, wie wichtig ein koordiniertes und einheitliches Vorgehen zwischen Bundes- Landes- und kommunalen Behörden und Organisationen sei. Da mangele es in Deutschland seit Jahren an einem Gesamtkonzept, weil die Expertise, die in Deutschland organisatorisch, wissenschaftlich und technisch vorhanden sei und weltweit geschätzt würde, von den politischen Entscheidungsträgern nicht genutzt werde. „Deutschland lässt hier Knowhow und Potential brach liegen, dass andere Länder intensiv nutzen“, so Goldhammer.

Der Vorstandsvorsitzende des Zukunftsforums Sicherheit, Albrecht Broemme, der auch Präsident des Technischen Hilfswerks ist, betonte die Bedeutung des Ehrenamts beim Thema Brandbekämpfung und Katastrophenschutz. „Auch bei der Würdigung und Förderung des Ehrenamts ist Deutschland ein Flickenteppich mit zahlreichen unterschiedlichen Regelungen“, kritisierte Broemme. Er forderte aber auch die Rettungsorganisationen selbst auf, attraktive Angebote zur Nachwuchsrekrutierung und -förderung zu machen. „Von allein kommen die jungen Leute heute nicht mehr zum THW oder zur Feuerwehr. Um den Nachwuchs muss man sich schon selbst kümmern.“

Jan Südmersen, Vorsitzender von @fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland, ging auf die nicht immer hinreichende Ausbildung von Feuerwehren und Rettungsdiensten bei der Brandbekämpfung ein. Bei der Ausbildung sei noch viel Luft nach oben. Hier erwarte er mehr politische Unterstützung, so Südmersen. „Wald- oder Geländebrände muss man nicht immer mit dem schwersten Gerät bekämpfen. Oft reichen auch einfache Handspritzen oder das geschickte Legen von Gegenfeuer“, sagte Südmersen.

In einer sehr engagierten Diskussion von Vertreterinnen und Vertretern von Forst, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Bund und Ländern wurde deutlich, dass es dringend ein Gesamtkonzept zur Wald- und Landschaftsbrandbekämpfung bedarf, das zahlreiche Aspekte berücksichtige und längerfristig angelegt sein müsse. Christoph Hoffmann und Benjamin Strasser sagten den Organisationen zu, dass die FDP-Bundestagsfraktion aus der Fachkonferenz Aspekte für solch ein Gesamtkonzept zusammentragen werde und aus der Opposition heraus, Druck auf die Bundesregierung ausüben werde.

 

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