Sicherheitsrisiko Amazon bei Bodycams der Bundespolizei

Foto: fsHH © pixabay

Schon heute sind viele Einsatzkräfte der Bundespolizei mit ihnen ausgestattet, bis Jahresende sollen bundesweit 2300 Stück von ihnen eingesetzt werden: Bodycams sollen bei PolizistInnen im Einsatz für mehr Transparenz und Sicherheit sorgen, etwa zur Aufklärung von Gewalt gegen Beamte oder als Beweismittel bei Straftaten. Die dabei entstehenden Aufnahmen von Bürgerinnen und Bürgern sind entsprechend sensibel zu behandeln.

Gespeichert werden diese sensiblen Daten ausgerechnet auf Servern des US-Unternehmens Amazon, was das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat auf eine Anfrage des FDP-Innenexperten Benjamin Strasser erklärte. Der Tech-Gigant aus dem Silicon-Valley verkauft unter anderem eine Gesichtserkennungs-Software an US-amerikanische Behörden. Zudem versucht die US-amerikanische Regierung unter Präsident Trump mit dem sog. „Cloud Act“ Zugriff auf Server amerikanischer Unternehmen im Ausland zu nehmen. Aktuell gebe es noch keine staatliche Infrastruktur, die den technischen Anforderungen gerecht werden könne, begründet das Bundesinnenministerium die Entscheidung. Amazon sei gegenwärtig der einzige Anbieter, der eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte Cloud-Lösung bereitstelle.

Für den Ravensburger Bundestagsabgeordneten ist diese Praxis nicht hinnehmbar: „Die Bundesregierung geht hier ein kaum kalkulierbares Risiko mit Blick auf hochsensible Daten ein. Das kann ich nicht nachvollziehen. Auch wenn die Server in Deutschland stehen, kann ein Zugriff durch US-Sicherheitsbehörden nicht ausgeschlossen werden. Die Bundesregierung ist gefordert, die volle Kontrolle über solch sensible Daten herzustellen. Dafür brauchen wir Speicherkapazitäten bei den Behörden in Deutschland - allein um die Souveränität über die staatliche Kernaufgabe der Inneren Sicherheit in jedem Aspekt zu bewahren", so Strasser.

 

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